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Australia (2008) 
Regie: Baz Luhrmann
Buch: Stuart Beattie, Baz Luhrmann
   
Ø-Wertung 5.4/10
Kritik von Christoph (23.01.09)
Dieser Film dokumentiert eindrucksvoll über fast 3 Stunden einen besonders schweren Anfall von Seltsamkeit.

In anderen Besprechungen in einem Atemzug mit klassische Leinwandepen genannt wie "Vom Winde verweht" oder "Laurence of Arabia", geht der Zuschauer schon mit einer gewissen Erwartung in den Filmsaal.

Diese Erwartung jedoch wird schnell enttäuscht. In den ersten 20 Minuten von Buz Lurmans Western-Märchen herrscht nämlich der pure Slapstick vor. Das läßt aus hiesiger Sicht einen Vergleich mit den oben angeführten Film-Klassikern sofort unmöglich werden.

Danach wird "Australia" zwar etwas ernsthafter, von der einleitenden infantilen Humorattacke kann sich aber der Zuschauer eher schlecht erholen. Wenn der Film später versucht, dramatisch zu sein, wirkt das einfach unglaubwürdig.

Ein weiteres Problem des Möchtegern-Epos sind die Charaktere. Trotz der langen Laufzeit bleiben die Protagonisten sehr oberflächlich. Mitleiden kann man da nicht wirklich.

Auch sonst ist das Werk sehr durchwachsen, kann sich nicht entscheiden zwischen Western, Romanze und Etno-Kitsch-Schmonzette. Und wenn dann auch noch ein Angriff a la Pearl-Harbor in Miniatur über die australische Küste rollt, wird "Autralia" nicht nur teils historisch inkorrekt, sondern vor allem optisch unerträglich. Sind die Spezialeffekte eh den ganzen Film über nur Mittelmaß, muss man diese im finalen Showdown als wirklich grottig bezeichnen.

Und so findet die wahre Schwäche des ganzen Projektes ihren Höhepunkt: "Australia" kann deshalb nicht mitreißen, weil so ziemlich alles an dem Streifen unecht wirkt. Zu oft kam die Green-Screen zum Einsatz, Landschaftsaufnahmen sind mit künstlichen Pastellfarben aufgemischt, die Hafenstadt Darwin mehr schlecht als recht am Computer erschaffen worden.

Deshalb hat "Australia" eher den Gesamtcharakter eines Musicals, dass zu groß für die Bühne, aber zu klein für die Kinoleinwand geraten ist.

Das kann man je nach Geschmack vielleicht immer noch mögen. Mit den Cinemascope-Epen von Victor Fleming, David Lean usw. sollte man sowas aber nicht vergleichen. "Australia" ist zwar irgendwie unterhaltsam und langweilt nicht, als ergreifendes Drama mit Klassiker-Potential taugt der Film indes überhaupt nicht.

Und man will sagen: dem Kontinent Australien wird hier schweres Unrecht angetan. Anstatt ein Denkmal zu setzten hat Lurman seiner Heimat hier nicht viel mehr Profil verliehen als mit einer Sonnenuntergangs-Postkarte vom Ayers Rock.



Note: 5/10
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